Pensionskasse Vorteile, Nachteile, Begriff, Steuer, Sozialversicherung, Arbeitsrecht

Versicherung – Betriebliche Altersvorsorge – Pensionskasse als betriebliche Altersvorsorge, deren Vorteile und Nachteile, Begriff, steuerliche und sozialversicherungsrechtlichen Behandlung sowie den arbeitsrechtlichen Aspekten

Pensionskasse

Pensionskasse Vorteile, Nachteile, Begriff, Steuer, Sozialversicherung, Arbeitsrecht
Pensionskasse Vorteile, Nachteile, Begriff, Steuer, Sozialversicherung, Arbeitsrecht

Lernen Sie mehr zum Thema betriebliche Altersvorsorge und dem Modell der Pensionskasse. Insbesondere lernen Sie mehr zum Begriff, der steuerlichen und sozialversicherungsrechtlichen Behandlung, den arbeitsmarktrechtlichen Aspekten sowie zu den Vorteilen und Nachteilen dieses Modells für Arbeitgeber und Arbeitnehmer.

Unternehmen sind verpflichtet, den Angestellten eine betriebliche Altersversorgung anzubieten, und zwar durch eine Entgeltumwandung. Die betriebliche Altersvorsorge ist selbstständig rechtsfähig, so werden die Beiträge in die Versorgungseinrichtung bei der Pensionskasse vom Arbeitgeber oder gemeinsam mit dem Arbeitnehmer erbracht. Der Sinn und Zweck der Pensionskasse ist es, den Arbeitnehmer in Bezug auf ein wegfallendes Erwerbseinkommen aufgrund von Alter, Invalidität und Tod abzusichern.

Begriff, Kriterien

Die Pensionskasse ist eine weitere Form der betrieblichen Altersversorgung und stellt einen von fünf verschiedenen Durchführungswegen dar. Folgende Kriterien definieren den Begriff der Pensionskasse:

  • Die Pensionskassen sind rechtlich selbstständige Einrichtungen und unterliegen der Versicherungsaufsicht.
  • Die Kapitalanlage kann arbeitnehmerfinanziert oder arbeitgeberfinanziert werden.
  • Als Gehaltsumwandlung bietet die Pensionskasse die Möglichkeit, staatliche Förderung in Anspruch zu nehmen.
  • Häufig sind die rechtlich selbstständigen Einrichtungen eine Aktiengesellschaft, ein Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit oder eine Gesellschaft (GmbH).
  • Der Arbeitnehmer zweigt einen Teil seines Bruttolohns direkt in die Kasse ab, dieser Vorgang wird als Entgeltumwandlung definiert.
  • Die Pensionskassen sind als eigenes Lebensversicherungsunternehmen tätig, oftmals werden sie von mehreren Unternehmen getragen.
  • Die Arbeitnehmer haben einen Rechtsanspruch auf die abgemachten Leistungen, welche auf Höchstbeträge begrenzt sind.
  • Im Gegensatz zu anderen Durchführungswegen sind die Pensionskassen nicht gegen Insolvenz abgesichert und zudem nicht zur Rückdeckung verpflichtet.
  • Die Arbeitgeberleistungen sind beim Arbeitnehmer steuerpflichtiger Arbeitslohn. Die Leistungen fallen zu Gunsten des Arbeitnehmers aus.

Vorteile

Hier lernen Sie mehr zu den Vorteilen der Pensionskasse. Die Pensionskasse ist eine sichere und unbürokratische Form der betrieblichen Altersversorgung. Sie zeichnet sich mitunter durch einen minimalen Verwaltungsaufwand aus. Die Einsparung von Steuern und Lohnnebenkosten ist möglich. Außerdem ist eine Kombination mit anderen Formen der Altersversorgung möglich. Das Unternehmen gewinnt an Image, indem es qualifizierte Mitarbeiter motivieren und an sich binden kann. Die Erfüllung des gesetzlichen Anspruchs des Arbeitnehmers auf die Entgeltumwandlung wird bei der Pensionskasse garantiert.

Die Pensionskasse funktioniert einfach und leicht nachvollziehbar, indem der Arbeitgeber eine Rentenversicherung auf das Leben des Mitarbeiters abschließt. Der Arbeitnehmer ist die versicherte Person und hat somit auf die vereinbarten Leistungen gegenüber der Pensionskasse einen Rechtsanspruch. Als Versicherungsnehmer tritt hierbei der Arbeitgeber auf.

Modell der Pensionskasse

Bietet der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer eine Pensionskasse an, dann muss dieser diesen Durchführungsweg der betrieblichen Altersvorsorge annehmen. Das Recht des Arbeitnehmers auf die Entgeltumwandlung ist garantiert, indem der Arbeitgeber einen Teil des monatlichen Bruttoeinkommens der betrieblichen Altersvorsorge direkt zuführt. Ein weiterer arbeitsrechtlicher Aspekt ist die Unverfallbarkeit der Anwartschaft.

Die zentralen Fragen hierbei sind:

  • Wann wird die Betriebsrente für den Arbeitnehmer unverfallbar?
  • Und kann dieser die Betriebsrente in ein neues Arbeitsverhältnis mitnehmen?

Entweder tritt bei einem Wechsel der neue Arbeitgeber in das Vertragsverhältnis ein oder der Arbeitnehmer übernimmt selbst die Finanzierung der Versicherung. Ein wichtiger arbeitsrechtlicher Aspekt neben der Portabilität ist die Insolvenzversicherung. Bei einer möglichen Insolvenz des Trägerunternehmens ist die Pensionskasse arbeitsrechtlich abgedeckt.

Steuerliche Behandlung

Die steuerliche Behandlung von Beitrag und Leistung erschließt sich dadurch, dass die Beiträge an die Pensionskasse steuerfrei gezahlt werden können, wenn:

  • die Beiträge aus dem ersten Dienstverhältnis des Arbeitnehmers stammen.
  • die Beträge verwendet werden, um eine kapitalgedeckte Altersversorgung aufzubauen.
  • die Leistung in Form eines Auszahlungsplanes oder einer Rente erbracht wird.

Seit Beginn des Jahres 2005 erhöht sich der steuerfrei zahlbare Betrag bei der Versorgungszusage jährlich um bis zu 1.800 Euro. Bei Beträgen zur Pensionskasse kommen die bisherigen Regelungen zur Pauschalversteuerung kaum mehr zur Anwendung.

Sozialversicherungsrechtliche Behandlung

Die sozialversicherungsrechtliche Behandlung sieht vor, dass die Beiträge an eine Pensionskasse, nach der Arbeitsentgelt-Verordnung in der Sozialversicherung, nicht beitragspflichtig sind. Die erbrachten Leistungen im Versorgungsfall sind jedoch beitragspflichtig in der Pflegeversicherung und Krankenversicherung. Die bei einer Barlohnumwandlung verwendeten Entgeltbestandteile gehören nicht zum sozialversicherungsrechtlichen Arbeitsentgelt, sofern sie nicht die vier Prozent der jährlichen Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherungen übersteigen.

Steuervorteile

Steuervorteile der Pensionskasse haben Arbeiter, Angestellte, Arbeitnehmer, Mitglieder eines Vorstandes einer AG, Auszubildende und Gesellschafter bzw. Geschäftsführer einer GmbH. Beim Aufbau der Betriebsrente unterstützt der Staat den Arbeitnehmer, indem er teilweise auf die Sozialabgaben und Steuern verzichtet. Die Beträge für dieses Modell der betrieblichen Altersvorsorge sind bis zu vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung sozialabgaben- und steuerfrei. Die nachgelagerte Besteuerung bezieht sich auf die Betriebsrente im Ruhestand, die mit einem persönlichen Steuersatz voll versteuert wird. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) beaufsichtigt die Pensionskassen und sichert somit die Zahlungsfähigkeit. Das Risiko, dass der Arbeitnehmer bei Insolvenz leer ausgeht, wird dadurch minimiert. Der Arbeitgeber haftet, wenn eine Pensionskasse insolvent wird. Wäre dann der Arbeitgeber selbst zahlungsunfähig, dann würde der Arbeitnehmer leer ausgehen.

Arbeitgeber Vorteile

Die Pensionskasse bietet dem Arbeitgeber eine gewisse Flexibilität bei der Finanzierung der Beiträge. Der Arbeitgeber spart bei den Lohnnebenkosten. Mit einer Mischfinanzierung hat der Arbeitgeber die Möglichkeit, die betriebliche Altersversorgung des Angestellten mit einem Zuschuss zu unterstützen. Erfolgt diese Finanzierung aus den gesparten Sozialversicherungsbeiträgen, bleibt diese für den Arbeitgeber kostenneutral. Die Steuervorteile ergeben sich dadurch, dass der Arbeitgeber die Beiträge als Betriebsausgaben steuerlich abziehen kann. Es fallen für den Arbeitgeber bei der Pensionskasse keine zusätzlichen Kosten an. Für das Unternehmen ist es ein Imagegewinn, wenn der Arbeitgeber gegenüber seinen Mitarbeitern soziale Verantwortung zeigt. Die Positionierung als attraktiver Arbeitgeber wird durch das Zahlen von Beiträgen für die betriebliche Altersversorgung des Mitarbeiters gestärkt.

Arbeitnehmer Vorteile

Für den Arbeitnehmer ergeben sich in der Ansparphase Steuer- und Sozialversicherungsvorteile. Auch in der Rentenzeit hat der Angestellte Steuervorteile, da die Besteuerung erst mit der Auszahlung erfolgt. Der Steuersatz ist dann meist viel niedriger als während der Erwerbszeit. Für den Arbeiter ist diese Form der Altersvorsorge eine sichere betriebliche Zusatzrente. Die Weiterführung ist bei einem Arbeitswechsel möglich und auf Wunsch kann der Arbeitnehmer zusätzlich einen Hinterbliebenenschutz abschließen. Pensionskassen bieten zum Teil auch Möglichkeiten zur Berufsunfähigkeitsvorsorge an.

Alternativen

Hier erfahren Sie mehr zu den weiteren Alternativen der betrieblichen Altersvorsorge und den Anlagemöglichkeiten der:

Weiterführende Informationen

Insbesondere möchten wir darauf hinweisen, dass wir keine Finanzberatung vornehmen. Sollten Sie einen Kredit oder eine Versicherung abschließen wollen, erkundigen Sie sich bitte bei einem Fachexperten für Finanzierungen.