Gesetzliche Sozialversicherung, fünf Säulen

Versicherung – Erfahren Sie mehr zum Thema gesetzliche Sozialversicherung sowie deren fünf Säulen, den Aufgaben und Leistungen der einzelnen Träger. Die gesetzliche Sozialversicherung besteht aus der Krankenversicherung, der Pflegeversicherung, der Rentenversicherung, der Arbeitslosenversicherung sowie der Unfallversicherung. Diese Versicherungen sind Pflichtversicherungen für Angestellte und Arbeiter sowie für einige freiberuflich agierenden Personenkreise.

Gesetzliche Sozialversicherung, fünf Säulen Übersicht, Aufgaben sowie Leistungen

Gesetzliche Sozialversicherung, fünf Säulen Übersicht, Aufgaben, Leistungen
Gesetzliche Sozialversicherung, fünf Säulen Übersicht, Aufgaben sowie Leistungen

Im Nachfolgenden erhalten Sie Informationen zur gesetzlichen Sozialversicherung, unter anderem zu den Aufgaben, Leistungen sowie weiterführende Informationen zum Beitragssatz und den Gesetzen der Sozialversicherung.

Grundprinzipien gesetzliche Sozialversicherung

Die Sozialversicherung beruht auf vier grundsätzlichen Prinzipien, welche die Basis bilden:

  • dem Versicherungsprinzip,
  • dem Versorgungsprinzip,
  • dem Sozialhilfeprinzip
  • und dem Pflichtversicherungsprinzip.

Diese Prinzipien werden solidarisch getragen, dass heißt, die Beiträge werden nach dem Einkommen berechnet. Gemeint damit ist die prozentuale Beteiligung vom Bruttoeinkommen bis hin zur Höchstgrenze. Darüber hinaus gibt es auch keine Risikozuschläge für bereits erkrankte Menschen. Dafür erhalten aber alle die gleiche Leistung aus der gesetzlichen Versicherung.

Gesetzliche Arbeitslosenversicherung

Die Arbeitslosenversicherung AV hat die Aufgaben Menschen in Beschäftigung zu bringen, Arbeitsplätze zu schaffen und zu erhalten sowie Leistungen an die Versicherten zu zahlen. Weiterhin ist die Arbeitslosenversicherung eine gesetzliche Pflichtversicherung für Arbeitnehmer, die sozialversicherungspflichtig tätig sind.

Jedoch können sich auch Selbstständige seit dem 01.02.2006 freiwillig gegen Arbeitslosigkeit versichern, siehe hierzu den § 28a im SGB III. Die Bedingungen für den Anspruch, die Dauer und weitere interessante Themen bezüglich der Arbeitslosigkeit finden Sie im Merkblatt 1 der Bundesagentur für Arbeit.

Darin enthalten sind die Themen Arbeitslos melden, Antrag stellen, Rechte und Pflichten, Verfügbarkeit, Ansprüche und Leistungen, Eigenbemühungen, Leistungsberechnung und Beispiele, Leistungssätze, berufliche Weiterbildung, Sperrzeiten, Meldepflichten, Sozialversicherung während der Arbeitslosigkeit und Nebeneinkommen. Weitere Merkblätter finden Sie unter Publikationen.

Aufgaben und Leistungen

Zu den Hauptaufgaben sowie Leistungen der Arbeitslosenversicherung zählen folgende Schwerpunkte:

  • Berufsforschung sowie Arbeitsmarktforschung
  • Die Beratungs- und Vermittlungsleistungen
  • Ausbildungsförderung
  • Weiterbildung, Fortbildung sowie Umschulung
  • Rehabilitationsleistungen in Bezug auf den Beruf
  • Zahlung von Kurzarbeitergeld
  • Evtl. Zuschussleistungen bei Behinderten beziehungsweise schwermittelbaren Arbeitnehmern
  • Übernahme der Zahlungen an die Sozialversicherungsträger
  • Insolvenzgeld
  • Zahlung von Arbeitslosengeld

Weitere Informationen zum Thema gesetzliche Arbeitslosenversicherung erhalten.

Weblinks zu weiteren wichtigen Themen der gesetzlichen Arbeitslosenversicherung:

Gesetzliche Krankenversicherung

Die Krankenkassen in Deutschland haben die Aufgabe die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung sicherzustellen. Wiederum eine wichtige Säule der Sozialversicherung. Die Krankenkassen untergliedern sich in unterschiedliche Träger.

Die Träger der Gesundheitsversorgung sind die AOK´s, die Betriebskrankenkassen (BKK´s), die Ersatzkassen, die Innungskrankenkassen, die Seekrankenkasse, die Bundesknappschaft sowie die landwirtschaftlichen Krankenkassen. In der gesetzlichen Krankenversicherung GKV gibt es zwei Zweige der Versicherten, die gesetzlich Pflichtversicherten beziehungsweise die freiwillig Versicherten.

Pflichtversicherte und freiwillig Versicherte

Die gesetzliche Krankenversicherung unterscheidet die Pflicht- sowie Freiwilligenversicherung. Zu den gesetzlich Versicherten zählen Künstler, die Landwirte, die Studenten, die Arbeitslosen, die Bergleute, die Rentner, die Angestellten sowie die Arbeiter.

Freiwillig versichern können sich Freiberufe, Selbstständige sowie Arbeitnehmer die mindestens drei Jahre über der Jahresarbeitsentgeltgrenze liegen. Näheres zu der freiwilligen Versicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung finden Sie hier.

Aufgaben und Leistungen

Die Krankenkassen haben als Träger die Grundversorgung im Gesundheitswesen zu leisten. Darüber hinaus sind die Kassen ganz unterschiedlich aufgebaut und leisten sehr unterschiedlich.

Folgende Leistungen können im Programm einer Krankenkasse sein. Jedoch gibt es auch bei diesen Leistungen oftmals wieder Einschränkungen, welche bei einer Krankenkassenwahl berücksichtigt werden müssen.

  • Akupunktur
  • Alternative Heilmethoden sowie Naturheilverfahren
  • Anthroposophie
  • Zuschuss zu Arzneimitteln
  • Auslandsbehandlung
  • Ärztliche Behandlung
  • Rehabilitationen
  • Kur- und Auslandskur
  • Brillen
  • Empfängnis
  • Familienversicherung
  • Fahrkosten
  • Vorsorgeprogramme
  • Fissurenversiegelung
  • Geburt
  • Gesundheitskurse
  • Haushaltshilfen
  • Heilmittel
  • Hautkrebsvorsorge
  • Screening für das Gehör
  • Impfungen
  • U – Untersuchungen für Kinder
  • Zahnärztliche Behandlungen
  • Kontaktlinsen
  • Krankengeld
  • Krankenhausbehandlungen
  • Künstliche Befruchtungen
  • Mammographie
  • Mutterschaftsgeld
  • Mutter Kind Kuren
  • Psychotherapeutische Behandlungen
  • Reiseimpfungen
  • Themen die die Schwangerschaft und Geburt betreffen
  • Sterilisation
  • Zahnersatz
  • Osteopathie

Krankenkassenwechsel

Der Krankenkassenwechsel kann vollzogen werden, wenn der Versicherte mindestens 18 Monate bei der Krankenkasse gewesen ist. Die Kündigungsfrist beträgt dann 2 Monate zum Monatsende. Danach gilt wieder die 18 Monatsfrist bei der neuen Krankenkasse. Hierzu gibt es noch Ausnahmen und Einschränkungen sowie Sonderkündigungsrechte.

Besonders interessant bei dem Thema Kündigung sind die sogenannten Wahltarife sowie Zusatzleistungen der Krankenkassen. Bei den Wahltarifen werden Zusatzleistungen angeboten, welche die 18 Monatsfrist verdoppeln und somit 3 Jahre beträgt. Mehr Info erhalten Sie hier. Weitere Informationen über die gesetzliche Krankenversicherung lernen.

Weblinks zu weiteren wichtigen Themen der gesetzlichen Krankenversicherung:

Gesetzliche Pflegeversicherung

Seit dem 01.01.1995 gibt es die gesetzliche Pflicht der Pflegeversicherung. Die Träger der Pflegeversicherung sind die Krankenkassen und die gesetzliche Pflicht besteht auch für Privatversicherte.

Die Hauptaufgabe der PV ist es den Versicherten eine Grundsicherung für die häusliche beziehungsweise voll- oder teilstationäre Pflegebehandlung zu bieten. Der Anspruch aus der Pflegeversicherung ist gegeben, wenn § 14 SGB 11 – Pflegebedürftigkeit zutrifft.

Aufgaben und Leistungen

Die Leistungen der Pflegeversicherung unterteilen sich in Pflegegrade: Die Leistungen unterteilen sich weiterhin in die Art der Pflege, ob häusliche Pflege, teilstationäre oder vollstationäre Pflege.

Gerade im Jahr 2015 haben sich die Leistungen der Pflegeversicherung wieder verbessert, aber auch die Beiträge erhöht. Im neuen Leistungskatalog finden Sie alle Leistungen der Pflegeversicherung. Neuere Informationen erhalten Sie im Beitrag gesetzliche Pflegeversicherung.

Pflegeversicherung Verbesserungen

Unter anderem haben sich seit 01.01.2013 die Leistungen und der Begriff der Pflegebedürftigkeit verändert. Folgende wesentliche Veränderungen sind eingetreten:

  • Mehr Geld in der Pflegestufe 0 (Demenzkranke)
  • Mehr Leistung für die Pflegestufe I sowie II
  • Betreuungsleistungen
  • Die Vergütung der Pflegedienste
  • Wohngruppenförderung
  • Unterstützung der Selbsthilfe
  • Ausweitung der medizinischen Versorgung
  • mehr Transparenz der Pflege in Pflegeheimen

Eine ausführliche Beschreibung der einzelnen Verbesserungen, auch für das Jahr 2020 finden Sie hier.

Weblinks zu weiteren wichtigen Themen der gesetzlichen Pflegeversicherung:

Gesetzliche Rentenversicherung

Eine weitere Säule der Sozialversicherung ist die deutsche Rentenversicherung. Seit 01.10.2005 wurden die Träger der Rentenversicherung zusammengelegt und zur deutschen Rentenversicherung vereinigt. Die gesetzliche Rentenversicherung ist eine Pflichtversicherung und unterteilt sich bezüglich der Versichertengruppen. Unterschieden werden Versicherte laut Gesetz, Versicherte laut Antragsstellung, freiwillig Versicherte sowie Sonderversicherte.

Finanzierung, Umlageverfahren, Generationenvertrag

Der Generationenvertrag bedeutet, dass die heutigen Arbeitnehmer und Arbeitgeber die Renten der vorherigen Generation finanzieren. Da diese Finanzierungsmittel jedoch nicht mehr ausreichen und in Zukunft wahrscheinlich nicht mehr ausreichen werden, wird der Fehlbetrag durch Steuermittel aufgebracht.

Die Anzahl der Beitragszahler wird immer geringer, so geht man für das Jahr 2040 davon aus, das ca. 2 Arbeitnehmer einen Rentner finanzieren müssen. Im Jahre 2000 waren es noch ungefähr 4 Arbeitnehmer, die auf einen Rentner kamen.

Drei Säulen Modell, Drei Schichten System

Das Drei Säulen Modell beschreibt die Finanzierung von Versicherten im Alter. Drei Säulen beziehungsweise Schichten, wegen der Finanzierungsstrategie. In erster Linie gibt es die Basisversorgung, dazu zählen die gesetzliche Rente, Pensionen und ähnliche Leistungen anderer Rentenversicherer.

Die zweite Säule oder Schicht betrifft die betriebliche Altersversorgung durch den Arbeitgeber beziehungsweise die Riester-Rente. Die dritte und letzte Säule sind die Versicherungsprodukte, so zum Beispiel die private Rente, Kapitallebensversicherungen oder andere Formen der Kapitalanlage für das Alter.

Aufgaben und Leistungen

Zu den Hauptaufgaben sowie Leistungen der Rentenversicherung zählen folgende Punkte:

  • Maßnahmen zur Verbesserung der gesundheitlichen Bedingungen der Bevölkerung
  • Reha (Rehabilitation) Leistungen
  • die Rentenzahlung
  • Beratungsleistung und Aufklärung von Versicherten sowie Rentnern
  • Bei der Erbringung der Rentenzahlungen wird unterschieden nach Alter, verminderter Erwerbsfähigkeit sowie Tod. Hierzu finden Sie Informationen im Sozialgesetzbuch des SGB IV.

Weitere Informationen zum Thema gesetzliche Rentenversicherung erhalten.

Weblinks zu weiteren wichtigen Themen der gesetzlichen Rentenversicherung:

Gesetzliche Unfallversicherung als Säule der gesetzliche Sozialversicherung

Die gesetzliche Sozialversicherung und die fünfte Säule: Die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung sind die Berufsgenossenschaften, welche sich unterteilen in die allgemeine BG, landwirtschaftliche BG sowie die Berufsgenossenschaft für Seeunfall.

Die Mitglieder der Berufsgenossenschaften sind die Arbeitgeber, welche Ihre Arbeitnehmer dort versichern müssen. Weiterhin ist die Hauptaufgabe der Unfallversicherung die Absicherung gegen:

  • Wegeunfälle
  • Berufsunfälle
  • sowie Berufskrankheiten.

Für die Berufskrankheiten gibt es eine Liste die Sie unter Weblinks finden. Ein wichtiger Aspekt ist die Unfallverhütung, welche mit Unfallverhütungsvorschriften versehen ist und regelmäßig kontrolliert wird. In der gesetzliche Unfallversicherung sind folgende Versichertengruppen versichert: Schüler und Studenten, Kinder im Kindergarten, Selbstständige und Arbeitnehmer.

Selbst die Gruppe von Hilfeleistenden sind bei Rettungsaktionen und Hilfseinsätzen versichert. Grundsätzlich gilt hier auch, das der direkte und kürzeste Weg zur Arbeitsstätte, Schule, Kindergarten genommen werden muss, um Leistungen zu erhalten. Das komplette Privatleben ist nicht versichert.

Berufsgenossenschaft Leistung

Die Leistungen der Unfallversicherung, sofern Sie beruflich begründet sind, bestehen aus Heilbehandlungen, Übergangsgeld, Verletztenrente, Verletztengeld, Berufshilfen, Sterbegelder und Hinterbliebenenrenten. Mehr zu den einzelnen Leistungen erfahren Sie bei den Berufsgenossenschaften oder beim Spitzenverband der BG.

Beiträge, Berechnungsgrundlagen

Die Beiträge und die Berechnung der Abgaben ergeben sich aus dem Risiko der Beschäftigten (Gefahrklassen), den Arbeitsentgelten (Brutto) und dem Beitragsfuß für den Lastenausgleich. Nähere Informationen zur Berechnung und verständliche Rechenbeispiele finden Sie hier. Weitere Informationen zum Thema gesetzliche Unfallversicherung erhalten.

Weblinks zu weiteren wichtigen Themen der gesetzlichen Unfallversicherung: